Fichtenholz - Auswirkungen auf Konzentrationsleistung, Befinden und Beanspruchung sowie auf das vegetative Nervensystem.

Die Fichte aus höheren Berglagen wird nicht nur als Klangholz für Geigen, sondern auch als hochwertiges Holz für Innenausstattungen verwendet. Ätherische Öle und die klimatisch ausgleichenden Eigenschaften des Holzes bestimmen seinen bauphysiologischen Wert. Für diese Studie wurde Holz von ca. 180 Jahre alten Bergfichten aus den Südtiroler Waldhängen oberhalb von 1600 Metern Meereshöhe verwendet.

Die Schlägerung des Holzes erfolgte im Spätherbst.Mentale Belastungsmessungen an 50 gesunden Versuchspersonen (25 Frauen – 25 Männer) wurden unter standardisierten Laborbedingungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zur gleichen Tageszeit durchgeführt. Zur Gegenüberstellung wurden an den Versuchspersonen Messungen in zwei verschieden Räumlichkeiten durchgeführt. Einmal in einem naturbelassenem Vollholz-Fichtenraum und in einem Fichtenholzimitatraum. Zwei intensive mentale Beanspruchungsphasen, unterbrochen von einer 30-minütigen Erholungsphase (10 min ruhiges Sitzen, 10 min Powernap, 10 min ruhiges Sitzen) ermöglichten es, sowohl die Reaktion der Probanden auf Belastung wie auch während Erholung zu messen.

Die StudienteilnehmerInnen zeigten durchgängig physiologisch günstigere Reaktionen während der mentalen Belastungen im Fichtenraum und erholten sich dort auch signifikant schneller. So war die Herzfrequenz im Fichtenraum bereits nach wenigen Minuten geringer, der Vagustonus und die Variabilität des Herzschlags (als Ausdruck der Regulationsfähigkeit) größer.

Diese biologische Ersparnis zeigte sich insbesondere nach einer kurzen Erholungsphase (Powernap), die sich im Fichtenraum besonders erholsam auswirkte.

Zahlreiche physiologische Parameter zeigten im Naturholzbüro günstigere Werte, besonders deutlich bei Frauen und Versuchspersonen über 39 Jahren.

In jüngeren Jahren kann der menschliche Organismus Umwelteffekte eher ausgleichen, mit zunehmendem Alter wird das schwieriger und eine optimale Arbeitsumgebung daher besonders wichtig. Subjektiv erlebten die Versuchspersonen im Naturholzbüro die erste mentale Belastung als signifikant weniger beanspruchend als im Imitatbüro, analog zur geringeren physiologischen Beanspruchung während dieser Phase.

Die mentale Konzentrationsleistung war dabei in beiden Räumen gleich gut, sodass die bessere Erholung nicht durch eine Leistungsminderung erkauft werden musste.

Im Bergfichtenraum erreichten die Versuchspersonen die gleiche kognitive Leistung bei geringerer physiologischer und psychologischer Beanspruchung. Die biologischen Ressourcen des Menschen im Naturholzbüro wurden effizienter genutzt.

Die StudienteilnehmerInnen fühlten sich im Fichtenbüro weniger beansprucht und hatten eine signifikant geringere Herzfrequenz und einen höheren Vagustonus sowie eine bessere kardiovaskuläre Regulationsfähigkeit. Herz und Kreislauf wurden durch dieselbe Arbeit weniger belastet.

Als Nebenbefund konnte festgestellt werden, dass im Naturholzbüro physiologische Parameter wesentlich weniger abhängig von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit waren, was auf die klimaregulierenden Eigenschaften des Holzes zurückgeführt werden kann.

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